Unternehmerische Beziehungsgestaltung am Beispiel der Kulturphänomene sozialer und ästhetischer Kommunikationen

Organisation of Corporate Relations as illustrated by the cultural phenomenons of social aesthetical communication

Die designtheoretische Arbeit „Unternehmerische Beziehungsgestaltung am Beispiel der Kulturphänomene sozialer und ästhetischer Kommunikationen“ untersucht das Kommunikationsdesign von Unternehmen im Hinblick auf ein subtil zugrunde liegendes Weltbild und Denken, welche in der Arbeit als überlebt analysiert werden. Der Kern der Arbeit ist, dass Unternehmen auf der Grundlage eines veralteten, mechanistischen Weltbildes agieren und eine andere Intelligenz entwickeln müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit stehen der Zukunftsaspekt sowie die Gestaltung andersartiger Denkstrukturen im besonderen Untersuchungsfokus. Es wird aufgezeigt, dass geistige Evolutionstheorien und transpersonal-ökozitäre Optiken in Design-Entwürfen integriert werden müssen, um zu einem neuen Verständnis von Marketing und Kommunikation zu gelangen. Die Arbeit vertritt die These, dass die Ära des Manipulationsmarketings ihren Zenit überschritten hat, mit ihren auf Affektlogik beruhenden Modellen und behavioristischen Methoden, die Looks und Styles kreieren, und fundamentale Sinnbedürfnisse des Menschen zu verkaufsfördernden Argumenten verkommen lassen. Die Auswirkungen auf die einzelne und globale Psyche sind verheerend: das Annehmen von ständig neuen Werten und Ichs, die durch die Werbung generiert werden, führt dazu, am Ende gar keine Identität zu haben. So wird eine Gesellschaft gestaltet, die unauthentisch ist und persuasiv fremdgesteuert wird. Surrogathaft an allen Veranstaltungen ist, den Konsumenten als Appendix der Produktionssphäre zu bedienen und ihn gleichzeitig ökonomisch zu instrumentalisieren. Die Arbeit zeigt, wie das Fundament einer solchen Logik heute brüchig geworden ist. Der Konsument wandelt sich und wird sich zukünftig immer öfter für Unternehmen entscheiden, die fähig sind, kulturelle Aspekte von Sinn und Transzendenz in ihrer inneren Unternehmenskultur mit Leben zu füllen. Kultur als eine Fassade, die hinter den Eingangstoren der Konzerne keine Daseinsberechtigung hatte, da dort einzig die Rationalität des ökonomischen Prozesses waltete, ist obsolet geworden. Unternehmen werden in dieser Abhandlung nicht als selbstbezüglichen Orte von Produktionen und Dienstleistungen dargestellt, sondern sie werden als kulturelle Bezirke etabliert, die Beziehungen zu einer kulturellen Umwelt unterhalten. So müssen Unternehmen postmodern nicht mehr nur ökonomisch, sondern vor allem auch kulturell überleben. Die kulturelle Neu-Positionierung des postmodernen Unternehmens folgt aus den Tendenzen der Kunst, Wissenschaft und Philosophie. Die neue kulturelle Haltung ist keine Erfindung, sondern ihre Innovation beruht auf einem geschichtlichen Prozess. Die formulierten Begründungen der Notwendigkeit einer Erweiterung der herkömmlichen Sichtweisen durch soziale und kulturelle Evolutionsprozesse münden in der Arbeit in der Tiefe der Bewusstseinsevolution, die mittels einer Bewusstseinsmatrix dargestellt ist. Diese beruht auf anthropologischen als auch tiefenpsychologischen Ansätzen. Ein holistischer Ansatz wird daraus diskutierbar, hervorkeimend aus dem postmodernen Kulturprozess, sei es in der Kunst oder Wissenschaft wie beispielsweise der Quantenphysik. All dies fordert ein Design von psychologischen und kulturellen Realitäten, die nicht auf bloßen Fassaden und Looks beruhen wie potemkische Dörfer. Vielmehr geht es um Echtheit und Authentizität. Aber diese Realität ist nicht dem Wildwuchs der Beliebigkeit zu überlassen. Nötig ist ein neues Verständnis von Design, das fähig ist, Sinnrealität zu gestalten. Die Arbeit entwickelt methodisch einen postmodernen designwissenschaftlichen Ansatz: sie transzendiert traditionelle Grenzen von Fachdisziplinen im Reflex gesellschaftlicher Entwicklungen selber.
The design-theoretical essay "Organisation of Corporate Relations as illustrated by the cultural phenomenosns of social and aesthetical communication" examines the communication design of Corporations in regard to the subtleties of an essential Weltanschauung and mode of thought, which will further be deemed obsolete. The Core of the Essay encompassed the fact that Corporations act on the Basis of an outdated, mechanistical World View and must develop an alternate intelligence in order to remain competitive. As a result, the prospective aspects as well as the outlining of dissimilar thought paradigms constitute the emphasis of this study. It will be shown that mental evolutionary theories and transpersonal - optics must be integrated in design drafts to establish a new understanding of marketing and communication. In this Essay the thesis is , that the era of manipulative marketing has passed with its "Affektlogik" based models and behavioristic methods, which create Looks and Styles and degrade fundamental human desires(sensory necesseties) to sales-enhancing arguments. The consequences for individuals and the global psyche alike are devastating: The constantly changing aquisition of new values and Egos, which are generated by advertising, lead to a complete loss of Identity. A society is created, which is unauthentic and persuasively remote-controlled. The surrogatory aspect of all conventions is, to serve the consumer as an appendix of the production-sphere and simulteaneously instrumentalize him economically. The Essay illustrates how the foundation of such a logic has become vulnerable/frail. The consumer and will prospectively choose such firms, which are able to fill cultural aspects of meaning and transcendence in their inner corporate culture mit vigor. Culture as a fassade, which has no existencial justification behind the gates of companies, because there, only the rationality of the economical process proves valid, has become obsolete. In this paper, firms are not portrayed as self-referred production and service locations, they are much rather established as cultural precincts which occupy relations with their cultural environment. Thus, corporations must no longer only survive econnomically, but culturally as well. The cultural repositioning of post-modern companies is a result of trends in art, science and philosophy. The new cultural attitude is not an invention, but its innovation is based on a historical process. The formulated arguments of necessety of an extension of conventional perspectives through social and cultural evolutionary processes cascade in the work breaching the depths of studies of consciousness-evolution, which are rendered by means of a consciousness-matrix. Former is derived from anthropological as well as psychological roots. A holistical aspect becomes argumentable, emerging from the postmodern cultural process, be it in the arts or in sciences as for example quantum physics. On the whole, a design of psychological and cultural realities is required, which do not simply rely on fassades and looks similar to potemkish villages. It much rather revolves around actuality and authenticity. However, this reality cannot be left at the mercy of an defiantly arbitrary proliferation. A new apprehension of design is necessary, which is capable of illustrating a sensory reality. This Essay methodically develops a postmodern design characteristic: It transcends traditional disciplinal boundaries in reflection of social progressions themselves.

Metadaten
Author:Carina Beeke
URN:urn:nbn:de:gbv:834-opus-189
URL:http://opus.hbk-bs.de/volltexte/2007/18/
Advisor:Holger van den (Prof. Dr.) Boom
Document Type:Doctoral Thesis
Language:deu
Date of Publication (online):24.01.2006
Date of first Publication:24.01.2006
Date of final exam:30.06.2005
Tag:cultural evolution ; social and aesthetical communication ; customer relationship management
SWD-Keyword:Kulturelle Entwicklung ; Unternehmenskultur ; Kommunikations-Mix ; Unternehmensphilosophie ; Unternehmensethik ; Ästhetische Kommunikation ; Unternehmensethik ; Ästhetische Kommunikation
Dewey Decimal Classification:380 Handel, Kommunikation, Verkehr
BKL-Classification:85.06 Unternehmensführung
Branches:Industriedesign

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